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hr Religion und Kirche

Liebe Leserinnen und Leser,

800 Jahre ist es schon her, dass Franz von Assisi gelebt und gewirkt hat. Aber noch heute ist er aktuell, seine Botschaft fast beunruhigend relevant. Darauf hat in diesen Tagen Papst Leo XIV. hingewiesen. Bei einem Treffen mit Tausenden Jugendlichen in Assisi hat er sie aufgefordert: "Lernt vom heiligen Franziskus die Radikalität des Evangeliums, die das Gegenteil von Fundamentalismus ist".
Eine wichtige Unterscheidung, wie ich finde, gerade in Zeiten, in denen fundamentalistische Influencer aller Denominationen in den sozialen Medien eine bedrückende und lebensfeindliche Form des Christentums predigen. In aller Kürze beschreibt Papst Leo die Radikalität des Evangeliums so: "Es macht nicht blind und gewalttätig, sondern feinfühlig, aufmerksam, stets auf die Nachfolge Jesu ausgerichtet und somit bescheiden und allen gegenüber offen." Christen sollten deshalb "immer mehr zu Friedensstiftern in Gesellschaften werden, in denen die Religion zur Konfrontation von Identitäten instrumentalisiert werde".
Franz von Assisi beschäftigt uns in diesem Jahr auch in unserem Programm. Unser Autor Uwe Birnstein ist kürzlich für die Camino-Sendungen in hr2-kultur und hr INFO zu einer persönlichen Spurensuche unterwegs gewesen, nachzuhören in der ARD-Sounds-App. Anfang Oktober, zum 800. Todestag des beliebten Heiligen, werden unsere Korrespondenten Elisabeth Mösch und Tilmann Kleinjung seine Bedeutung für Kirche und Gesellschaft beschreiben. Denn ich finde, Botschafter der Menschlichkeit, des Friedens und des achtsamen Umgangs miteinander und mit der ganzen Schöpfung sind in diesem – klimatisch wie politisch – heißen Jahr wichtiger denn je.

Herzlich,
Lothar Bauerochse, hr Religion & Kirche

Kostbar und belebend – Wasser als Quelle des Lebens

hr1 am Sonntagmorgen | 9. August, 6 – 10 Uhr
Küste und Felsformation der Langen Anna von Helgoland mit Wasser im Vordergrund
Die Hochseeinsel Helgoland mit ihrem Wahrzeichen, der Langen Anna © Simone von der Forst
Wasser ist ein kostbares Gut. Das spüren wir in diesen heißen Tagen. Wir sollten sorgsam damit umgehen, denn letztlich ist Wasser die Quelle eines jeden Lebens. Kein Zufall also, dass auch die Religionen eine besondere Wertschätzung für Wasser haben. Es kann heilig sein, ein Ort für wichtige Lebensrituale. Wer sich dem Wasser überlässt, kann spüren, dass einen das Wasser trägt, auch wenn Wasser eine gewaltige und gefährliche Seite hat. Davon können Menschen auf der Insel Helgoland erzählen. Ihr Leben spielt sich ab inmitten von endlosen Wassern. 

"Heilige Orte" (7/7) – Wo Kamadchi wohnt:
Der Hindu-Tempel von Hamm

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 9. August, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 9. August, 13:05 Uhr
der farbenprächtige und reich verzierte Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm mit vielen Menschen im Vordergrund
Der Hindu-Tempel von Hamm © WDR/Foto: Stefan Ziesex/imago stock/Zoonar
In Hamm-Uentrop würde man kaum einen großen Hindu-Tempel erwarten, doch genau dort steht einer. Er ist nach London sogar der zweitgrößte in Europa. Seine Geschichte begann mit einem kleinen Andachtsraum, den ein junger Tamile aus Sri Lanka zu Ehren der Göttin Kamadshi einrichtete, nachdem er vor dem Bürgerkrieg in seinem Heimatland geflüchtet war. Heute ist der Tempel ein Ort der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlichster Religionen.

Wo die Seele wohnt – Auf der Suche nach dem unsichtbaren Ich

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 16. August, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 16. August, 13:05 Uhr
Bildcollage von einem Sonnenuntergang über dem Meer und einer Frauen-Silhouette, die ineinander übergehen
© AdobeStock/Ankit
Das Wort "Seele" kennen wir alle und verwenden es ganz selbstverständlich. Doch was genau ist die Seele? Ist sie der innerste Kern eines Menschen? Ein anderes Wort für Bewusstsein? Oder lediglich eine schöne Vorstellung? Die Sendung begibt sich auf Spurensuche in der Hirnforschung, in persönlichen Erfahrungen sowie in Philosophie und Religion. Sie geht auch der jahrhundertealten Frage nach, ob etwas von uns bleibt, wenn das Leben endet. 

Von den USA in die Rhön – jüdisches Gemälde zurück in der Heimat

hr2-kultur | Jüdische Welt | Freitag, 7. August, 14 – 14:30 Uhr
Ausschnitt aus dem Stolperstein mit der Aufschrift "Alfred Buchsbaum Jg. 1909 Schutzhaft 1938 Buchenwald"
Ausschnitt aus dem Stolperstein für Alfred Buchsbaum © Wikimedia Commons 
Wüstensachsen in der Rhön blickt auf eine mehr als 300 Jahre alte, jüdische Geschichte zurück. Jetzt ist ein besonderes Erinnerungsstück zurück "in der Heimat". Ein Kinderbild von Alfred Buchsbaum. Er ist ein aus Wüstensachsen stammender Jude, der in der Nazizeit in die USA geflohen ist. Mitgenommen hat er damals das Gemälde, das ihn als kleinen Jungen zeigt. 87 Jahre nachdem er fliehen musste, haben Nachfahren von ihm das Gemälde zurückgebracht. Es hängt nun im Rathaus.

Die Frankfurter Franziska-Werkstatt – wo Obdachlose Kerzen gießen und verkaufen

hr4 | Gemeindeporträt | jederzeit als Podcast und immer sonntags um 8:40 Uhr
der wohnsiztlose Thomas S. zeigt den ehrenamtlichen Geschäftsführern die verschiedenen Kerzen auf einem Tisch
Projektteilnehmer Thomas S. und die ehrenamtlichen Geschäftsführer Tim Schönberger und Bruder Michael Masseo Maldacker © Nói Crew 
Mitten in Frankfurt gibt es einen kleinen, sehr besonderen Laden: den Kerzenladen Franziska. Ein helles Ladenlokal mit einem feinen Angebot von schönen Kerzen, handgefertigt von Wohnungslosen. Alles sehr professionell, die Qualität überzeugt. Für die Wohnungslosen hat das eine große Bedeutung: Hier machen sie Erfahrungen mit dem Arbeiten, sind eingebunden in ein kollegiales Team. Nicht zuletzt erwirtschaften sie Geld für den "Franziskustreff". Die Stiftung empfängt täglich fast 200 Wohnungslose im Kapuzinerkloster zum Frühstück. 

Zwei Songs, zwei Perspektiven –  Mit Popsongs auf Sinnsuche: "Hinaus ins Weite!"

hr1 | Sonntagsgedanken | Sommerreihe, jeweils ca. 7:45 Uhr
Zum Abschluss der diesjährigen Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken erzählen Hermann Trusheim und Lukas Sims von ihrer ganz persönlichen Sicht auf zwei bekannte Popsongs. Mehr zur Reihe und allen Autor*innen gibt es auf dieser ökumenischen Homepage.
Porträt von Pfarrer Hermann Trusheim
Porträt von Pastoralreferent Lukas Sims

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