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hr Religion und Kirche

Liebe Leserinnen und Leser,

Papst Leo hat diese Woche seine dreiwöchigen Sommerferien angetreten. Anders als sein Vorgänger Franziskus, der Urlaub nicht mochte und im Vatikan blieb, geht Leo im Sommer zum Entspannen nach Castel Gandolfo. Dort, in der frischeren Luft der Albaner Berge, verbringt er auch seinen freien Dienstag, den wöchentlichen Ruhetag, den er sich gönnt. Der Trierer Bischof Karl-Heinz Wiesemann hat beim Katholikentag in Würzburg eindrucksvoll geschildert, was passiert, wenn man in einem hohen kirchlichen Amt keine Kultur der Selbstfürsorge hat und stattdessen einem übersteigerten Ideal von christlicher Hingabe frönt, das nur den pausenlosen „Dienst“ kennt. Wiesemann flog aus der Kurve und musste – ausgebrannt - ein halbes Jahr als Bischof pausieren. Unter anderem in einer psychosomatischen Klinik fand er seine innere Lebendigkeit wieder.
In der katholischen Bibelleseordnung kam just zum hessischen Ferienbeginn ein sehr schöner Text vor, in dem Jesus davon spricht, was wirklich zu erquicken vermag, wenn man sich „mühselig und beladen“ fühlt. Er sagt: „Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ (Matthäus 11,29) Gütig sein ist eine Herzensqualität. Mich und die anderen nicht ständig bewerten, kritisieren, sondern liebevoll sein mit mir und den andern, „sanftmütig“ wie es in der Lutherübersetzung heißt. Und demütig sein: das ist die befreiende Haltung, sich nicht so wichtig zu nehmen, auf dem Boden zu bleiben, nicht größer und anders sein wollen, als ich bin. Das löst viel Überspanntheit, ich darf zu mir kommen, bei mir daheim sein. Dieses Zu-sich-Kommen und den Blick auf die Welt mit gütigen Augen wünsche ich uns für die Zeit der Ferien. Damit auch die Seele zur Ruhe findet.

Herzlich,
Klaus Hofmeister, hr Religion & Kirche

Urlaubszeit – Erhol dich gut!

hr1 am Sonntagmorgen | 12. Juli, 6 – 10 Uhr
Eine Frau liegt in einer Hängematte mit Blick auf eine grüne bergige Landschaft
Keinen Stress im Urlaub. © Austin Schmid auf Unsplash
Was ist eigentlich eine "gute" Erholung, und wo findet man sie? In der Hängematte mit Blick ins weite Land? Oder gerade nicht dort in der Ruhe, sondern in der Aktion im Aktivurlaub? Es scheint eine Kunst zu sein, den eigenen Urlaub nicht mit Erwartungen zu überfrachten. Wir schauen, wie Menschen im Urlaub Erholung finden und erkunden jene Orte, wo auch im Alltag die "kleine Erholung zwischendurch" gelingt.
Mehr zur Sendung bei hr1.de

"Heilige Orte" (3/7) – Altötting:
Das heimliche Herz Bayerns

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 12. Juli, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 12. Juli, 13:05 Uhr
Ein Collage aus Kirchendächern, Bäumen und dem Schriftzug "Heilige Orte"
Altötting © Grafik: WDR, Foto: Wolfgang Weinhäupl/picture alliance/Westend61
Wer heute das oberbayerische Altötting besucht, erlebt die bayerische Geschichte und Lebensart ganz unmittelbar und lernt viel über die sehr spezielle Beziehung zu Maria, der "Patrona Bavariae". Wie wichtig sind Reliquien und Devotionalien den Menschen, die hierherkommen? Die Bedeutung Altöttings als europäischer Wallfahrtsort ist nicht zu unterschätzen: Drei Päpste waren hier. Die Pilger kommen aus aller Welt. Ein Tag an einem faszinierenden Ort.

"Heilige Orte" (4/7) – Menschengedenken auf dem oberschwäbischen Erinnerungsweg

Camino | hr2-kultur | Sonntag, 19. Juli, 11:30 Uhr
Camino | hr INFO | Sonntag, 19. Juli, 13:05 Uhr
Collage aus Gedenkstein mit Schrift, Grabsteinen und dem Schriftzug "Heilige Orte"
"Denkorte" zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. © Grafik: WDR/Foto: SWR
Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Auschwitz mehr als eine Million Menschen umgebracht. Unter ihnen Euthanasieopfer, Jüdinnen und Juden und Sinti, vom kleinen Kind bis zum Greis. Auf dem oberschwäbischen Erinnerungsweg, zwischen Fachwerkhäusern und Streuobstwiesen, erinnern miteinander verbundene "Denkorte" an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie machen bewusst, dass die Vertriebenen und Ermordeten Nachbarn waren und ihre Verfolgung nicht anonym stattfand.   

Eine Oma zum Ausleihen? – Das gibt's in einer katholischen Pfarrei in Friedrichsdorf 

hr4 | Gemeindeporträt | immer sonntags um 8:40 Uhr und jederzeit als Podcast 
Oma und Enkelin auf einer Couch machen ein Selfie, das Mädchen schielt und streckt seine Zunge raus
Symbolbild © AdobeStock/bnenin 
Kann Familie auch entstehen, wenn man gar nicht verwandt ist? Die sechsjährige Nehan und die 82-jährige Ursula Leder würden diese Frage wohl mit 'Ja' beantworten. Die beiden sind Leihenkelin und Leihoma und längst zu einem festen Teil im Leben der jeweils anderen geworden. Vermittelt wurde diese "Oma zum Ausleihen" von der katholischen Pfarrei St. Marien in Bad Homburg-Friedrichsdorf.

Mit Popsongs auf Sinnsuche: "Hinaus ins Weite!"

hr1 | Sonntagsgedanken | Sommerreihe, jeweils ca. 7:45 Uhr
Nicht nur der Sommer geht weiter: Hier gibt's neue Beiträge der Sommerreihe der hr1 Sonntagsgedanken. Mehr zu den Beiträgen und Autor*innen auf dieser ökumenischen Homepage.
Porträt von Pfarrerin Claudia Rudolff
Porträt von Pfarrerin Tanja Griesel

Hirn statt Moral: Eine Politikwissenschaftlerin erforscht "Neuropolitik"

hr2-kultur | Doppelkopf | Donnerstag, 16. Juli, 12:05 Uhr und in ARD Sounds
Porträtaufnahme von Liya Yu, die vor einm farbigen Hintergrund
Doppelkopf: Am Tisch mit Liya Yu, Politikwissenschaftlerin © Liya Yu
Unsere Gesellschaft ist im Dauerkrisenmodus. Immer mehr Menschen scheinen mit den Zumutungen demokratischer Systeme überfordert. Nicht wenige tauchen in digitale "bubbles" ab und wählen radikale Parteien, die einfache Lösungen versprechen. Mit Moralappellen oder "cancel culture" bringen wir die zersplitterte Gesellschaft nicht wieder zusammen, sagt die Politikwissenschaftlerin Liya Yu. Wir sollten uns lieber damit auseinandersetzen, wie unsere Gehirne "ticken".

Frühe Erfahrung in Selbstverteidigung – Aylin zeigt Frauen und Mädchen, wie stark sie sind

DASDING | Porträt | Samstag, 11. Juli, ca. 15:40 Uhr
Aylin Çaka mit langen dunklen Locken in einem Trainingsraum, sie ballt die Fäuste zum Kampf
In Aylins Kursen geht es viel um Empowerment. © Selina Groß
Mit neun Jahren hat die jetzt 26-jährige Aylin Çaka einen Selbstverteidigungskurs besucht. Das hat etwas in ihr ausgelöst. Schon sehr früh hat sie sich sehr selbstbewusst gefühlt und keine Angst gehabt, laut zu sein. Diese Stärke will Aylin weitergeben und gibt in ihrer Freizeit Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen.

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